Glaukom

Glaukom - Grüner Star
Das Glaukom ist eine Sehnervenerkrankung, bei der die Nervenfasern des Sehnerven in charakteristischer zeitlicher Abfolge langsam zugrunde gehen. Die bei weitem häufigste Ursache für diese Form der Sehnervenschädigung (auch genannt Sehnervenatrophie) ist ein gegenüber dem Normbereich erhöhter Augeninnendruck.

Es gibt jedoch auch Menschen, deren Augendruck immer im Normbereich oder sogar unterhalb des Normbereiches liegt und die dennoch die typischen Veränderungen am Sehnervenkopf aufweisen. Hier spricht man von Normaldruck- oder Niederdruckglaukom.

Im Gegensatz dazu gibt es auch viele Menschen, die über lange Zeit hinweg einen gegenüber dem Normbereich erhöhten Augeninnendruck aufweisen, ohne jedoch eine Sehnervenschädigung zu entwickeln. In diesen Fällen spricht man von einer okulären Hypertension.

Ursachen und Arten des Glaukoms

Chronisches Glaukom, primäres Offenwinkelglaukom
Wie der Name besagt, liegt hier keine Verlegung des Kammerwinkels als Ursache für die Erhöhung des Augeninnendrucks vor. Das Offenwinkelglaukom ist die am häufigsten auftretende Form des Glaukoms, deren wirkliche Ursache jedoch weitgehend unklar ist.
Es ist jedoch bekannt, dass zunehmendes Alter, Durchblutungsstörungen am Augenhintergrund und eine Kurzsichtigkeit über - 5 Dioptrien Risikofaktoren für das Glaukom darstellen.

Angeborenes Glaukom
Hier liegt eine Fehlbildung vor, so dass das Kammerwasser nicht normal abfließen kann. Die Behandlung besteht in einer korrigierenden Operation.

Akutes Winkelblock-Glaukom, Glaukomanfall
Diese Form des Glaukoms tritt bei Augen mit engem Kammerwinkel auf, bei denen die Regenbogenhaut plötzlich die Abflusswege des Kammerwasser verlegt. Damit kommt es zur schnellen, anfallsartigen Erhöhung des Augeninnendrucks, die mit heftigen Augenschmerzen, Kopfschmerzen, übelkeit und Erbrechen einhergehen kann. Der Glaukomanfall ist ein Notfall!

Sekundäres Glaukom
Hier entsteht aufgrund einer anderen Augenerkrankung, z.B. infolge einer Entzündung, Verletzung oder eines Tumors, eine Abflußbehinderung für das Kammerwasser. In der Folge erhöht sich der Augeninnendruck und führt zu den beschriebenen Sehnervenschädigungen.

Symptomatik
Eine Erhöhung des Augeninnendrucks verursacht primär keine Beschwerden. Daher besteht die große Gefahr, dass ein Glaukom nicht oder erst zu spät erkannt wird! Die meisten Fälle werden zufällig im Rahmen von Routine- oder Vorsorgeuntersuchungen festgestellt oder wenn der Patient den Augenarzt aufgrund eines anderen Problems aufsucht.

Der erhöhte Augeninnendruck schädigt im Laufe der Zeit den Sehnerv, so dass dieser die Seheindrücke, die in das Auge gelangen, nicht mehr vollständig an das Gehirn weiterleiten kann. Eine Einschränkung des Sehvermögens ist die Folge, welche unbehandelt bis zur Erblindung führen kann. Da dieser Prozess sehr langsam vonstatten geht, wird auch die Einschränkung des Gesichtsfeldes oder des Sehvermögens von den Patienten oft nicht selbst bemerkt.

Daher sollte jeder Patient ab dem 40. Lebensjahr einmal pro Jahr beim Augenarzt den Augeninnendruck überprüfen lassen.

Diagnostik

Da das Glaukom häufig mit einem erhöhten Augeninnendruck assoziiert ist, ist die Messung des Augeninnendrucks einer der wichtigsten Parameter.

Der Augeninnendruck wird am Non-Contact-Tonometer berührungslos oder an der Spaltlampe mit einem kleinen Messkolben auf der zuvor betäubten Hornhaut gemessen. An einer Skala kann der Augeninnendruck abgelesen werden

Ein Augeninnendruck unter 20 mmHg ist - sofern keine anderen Anzeichen für ein Glaukom vorliegen - unbedenklich. Bei Werten zwischen 20 - 24 mmHg sollten häufiger Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden. Bei Werten zwischen 25 - 29 mmHg ist das Vorliegen oder baldige Auftreten eines Glaukoms sehr wahrscheinlich, bei noch höherem Augeninnendruck ist mit Sicherheit vom Vorliegen eines Glaukoms oder baldigem Auftreten auszugehen.

Ob eine beginnende oder bereits fortgeschrittene Glaukomschädigung vorliegt, wird anhand von zwei weiteren Untersuchungen geklärt:

Die Untersuchung des Sehnervenkopfes am Augenhintergrund zeigt dem Augenarzt, ob eine sichtbare Schädigung des Sehnerven vorliegt.
Die Untersuchung des Gesichtsfeldes zeigt, ob ein funktioneller Sehnervenschaden eingetreten ist.

Das heimtückische an der Glaukomerkrankung ist, dass die ersten Funktionsausfälle zunächst vom Patienten nicht bemerkt werden, da sie nicht direkt die Sehschärfe betreffen

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl modernster Diagnosesysteme (Heidelberg Retina Tomograph, Frequenzverdopplungs-Perimetrie, GDx Nervenfaserpolarimetrie u.a.), die ein äußerst präzises und frühzeitiges Erkennen drohender krankhafter Veränderungen und auch eine Verlaufskontrolle des Glaukoms erlauben.

Als Mitglied im Augen Diagnostikzentrum am Marienplatz habe ich bei Bedarf Zugang zu diesen modernen Untersuchungstechniken


Therapie
Die Behandlung des Glaukoms basiert auf drei Säulen:

Augentropfen, Laserbehandlung und Operation.

Wann im Behandlungsverlauf welche Therapie eingesetzt wird oder inwieweit verschiedene Verfahren kombiniert werden, hängt u.a. von den Bedürfnissen und persönlichen Umständen des individuellen Patienten ab

Augentropfen
Die medikamentöse Behandlung mit Augentropfen (manchmal auch als Gele oder öle) ist die häufigste Therapieform beim Glaukom. Es gibt eine Vielzahl von Tropfen und Wirkstoffen, die über verschiedene Wege den Augeninnendruck senken (Beta-Blocker, Carboanhydrasehemmer, Prostaglandine u.a.).
Das Tropfen verlangt vom Patienten lebenslang äußerte Disziplin und Therapietreue (Compliance).

Lasertherapie
Die Argon-Laser-Trabekuloplastik ist, richtig ausgeführt, eine außerordentlich sichere, nebenwirkungsarme und wirkungsvolle Methode. Sie kann den Augeninnendruck in der Regel um 5-10 mmHg vom Ausgangswert senken. Leider ist der drucksenkende Effekt nicht immer anhaltend.

Operation
Es gibt eine Reihe operativer Verfahren zur Senkung des Augeninnendrucks. Die wichtigsten sind die Iridektomie (beim Winkelblock-Glaukom), Trabekulektomie/Goniotrepanation und Trabekulotomie.

Prognose
Das Glaukom ist heute eine fast immer erkennbare und gut behandelbare Krankheit. Für ein sorgenfreies Leben mit einem Glaukom trägt Ihr Augenarzt nur einen Teil der Verantwortung, den anderen - in der Regel deutlich größeren - Teil müssen Sie als Patient selbst wahrnehmen.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen, eine zuverlässig durchgeführte Therapie und eine offene Kommunikation zwischen Arzt und Patient sind Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung des Glaukoms.

Wir ärzte wissen, wie schwierig es ist, eine Behandlung - z.B. mit Augentropfen - wirklich vollständig zuverlässig und regelmäßig, über Jahre und manchmal lebenslang durchzuhalten. Wenn Sie Probleme mit der Anwendung Ihren Augentropfen, Angst vor Nebenwirkungen oder auch einfach das Tropfen nur vergessen haben - bitte scheuen Sie sich nicht, uns dies mitzuteilen. Wir sehen uns als Ihr Partner und möchten mit Ihnen gemeinsam die für Sie akzeptable und druchführbare Therapieform finden.