Knieprothese

Knieprothesen unterteilt man nach ihrem Koppelungsgrad in mehrere Gruppen:
- ungekoppelte Prothesen. Dazu zählen die unikondyläre Endoprothese, anhand welcher nur die innere oder seltener die äußere Seite des Kniegelenks durch zwei Implantate am Schienbeinkopf und an der jeweiligen Oberschenkelrolle ersetzt wird und die bi- bzw. trikondyläre Endoprothese. Hierbei wird jeweils der gesamte Schienbeinkopf und die gesamte Oberschenkelrolle mit zwei Implantaten ersetzt (bikondylär). Früher fast routinemäßig und heute eher in Ausnahmen erfolgt zusätzlich noch ein Ersatz der Kniescheibenrückfläche (trikondylär). Zwischen den beiden Implantaten befindet sich ein Polyethylenaufbau. Der Hauptunterschied zu den gekoppelten Endoprothesen liegt darin, dass die Anteile nicht fest mechanisch verbunden sind, sondern gegeneinander verschieblich sind. Die bikondyläre Endoprothese zählt bereits zu den Totalen Knieendoprothesen, da bei ihr das gesamte tibiofemorale Gelenk ersetzt wird. Für den Einsatz einer ungekoppelten Knieprothese müssen beide Außenbänder intakt und funktionsfähig bzw. rekonstruierbar sein. Bei fehlenden oder defekten Kreuzbändern existieren diesen Mangel kompensierende, funktionell teilgekoppelte Modelle.
- teilgekoppelte Prothesen. Zu ihnen zählt man hauptsächlich das sogenannte PS-Knie. Posterior Stabilisierte Prothesen kommen zum Einsatz, wenn das hintere und vordere Kreuzband beschädigt oder entfernt wurden.
- gekoppelte Prothesen sind achsgeführte Implantate (Scharniergelenk). Sie kommen zum Einsatz, wenn sowohl Kreuzbänder als auch Seitenbänder insuffizient (ungenügend) sind, und erfordern eine intensive Implantatverankerung im Knochen.